Samstag der 30. März 2019:

Der heutige Tag beginnt etwas später. Der erste (und einzige) Tag, an dem wir keinen Programmpunkt haben und uns ohne Ziel in der Stadt bewegen. Zur Stärkung gibt es aber erst einmal Frühstück. Mehr oder weniger pünktlich saß der Kurs um 9 Uhr am Frühstückstisch und ließ sich Brötchen, Rührei und alles, was sonst noch das Herz begehrt, schmecken.

Nach dem Essen gingen die Gruppen getrennte Wege. Wir genossen das schöne Wetter und nutzten es, um die, wie sich schnell herausstellte, wunderschöne Stadt Krakau zu erkunden. Mit meiner Gruppe erkundeten wir das Schloss (Wawel), die Altstadt und ließen uns bei einem kalten Getränk an der Weichsel von der Sonne wärmen. Beim Herumgehen fiel mir der starke Kontrast zum gestrigen Besuch in Auschwitz und Auschwitz-Birkenau auf.

Es tat uns gut, auf andere Gedanken zu kommen, und so verbrachten wir den gesamten Tag damit, durch die Stadt zu laufen (meist ohne ein Ziel), dabei immer wieder überrascht, hinter jeder Ecke auf eine neue Sehenswürdigkeit zu stoßen. Gegen 17 Uhr war ich mit meiner Gruppe dann wieder im Hotel und wir verbrachten die Zeit im Nachbarzimmer, in dem um 18:30 eine Reflexionsrunde stattfand.

Bei dieser redeten wir nochmal über unsere sehr emotionalen Eindrücke von Auschwitz und diskutierten über das YouTube Video eines Auschwitz-Überlebenden, der zu „I will survive“ von Gloria Gaynor auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers tanzt. Vor dem Hintergrund der gestrigen Erlebnisse erscheint uns das Video einserseits zwar als Ausdruck extremer Freude des Überlebenden über sein Weiterleben, allerdings sehen wir den Ort als eher unpassend an. Uns erscheint es respektlos gegenüber denen, die es nicht geschafft haben, der Ermordung durch die Nationalsozialisten zu entgehen.

Nach der Reflektionsrunde gingen wir in einem polnischen Restaurant „Pierogi“ (gefüllte Teigtaschen, auch bekannt als Dumplings) essen. Es war der Tag, an dem die sogenannte „Earth Hour“ stattfinden sollte. Und so entschieden wir Jungen uns spontan, in zehn Minuten zum Schloss zu laufen, um dort das Erlöschen der Lichter zu filmen. Habe ich „laufen“ geschrieben? Sprinten trifft es wohl eher. Auf GoogleMaps ist der Weg mit 20 Minuten angegeben…

Vor Ort mussten wir dann feststellen, dass der Schlosshof bereits geschlossen war. Wir mussten also von unten filmen. Dann hieß es warten. Noch eine Minute! 3, 2, 1 und … Nichts passierte. Erst jetzt kamen wir auf die Idee, im Internet zu schauen, ob Krakau bei der Aktion überhaupt mitmachte. Wie sich herausstellte, war dies nicht der Fall. Da wir aber schon einmal an der Weichsel waren, entschieden wir uns stattdessen, Nachtaufnahmen von der Stadt zu machen. Dies dauert dann 22 Uhr. Als wir dann im Hotel ankamen, waren wir ziemlich erschöpft von den weiten Wegen und den vielen Eindrücken des Tages, so dass wir es grade noch schafften, uns fertig zu machen und ins Bett zu fallen.

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